Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
307
Einzelbild herunterladen
 

307 <§-->

Bier thun! Sie, den cheleiblichcn Sohn des Bürgers undBrauers Stroh, hat's zum Edelmann gemacht. GottesWunder! Nun wahrlich, an Ihnen war Hopfen undMalz nicht verloren! Aber sagen Sie mir, gnädigerHerr, warum haben Sie de» väterlichen Namen, der dochin der Thal kein leeres Stroh war, von sich geworfen?"

Er klang zu bürgerlich," sagte der junge Edelmann.Es ward mir von allen Seiten gerathen, ihn bei meinerErhebung in den Adelstand abzulcgen. Ich nannte michalso Hopfcnberg und erkaufte diesen Namen auch meinemGute, das vormals Eselsbrücke hieß."

Mit Geld läßt sich doch alles Krumme gerade machen!"sprach der Schweinhändler.Doch muß ich gestehen, eswaren gescheidte Leute, die Ihnen den Rath gaben; dennHerr von Stroh auf Eselsbrücke chättc nicht feingeklungen und mancherlei Gedanken erweckt."

Laßt daS!" fiel ihm der Junker ins Wort.Ich kannEuer Fuhrwerk nicht genug anschcn. Wie sepd Ihr aufden schnurrigen Einfall gekommen?"

Eine lustige Schnurre soll's gar nicht sepn," erwic-derte Jener.Die ernsthaft schlechte Zeit brachte michauf diese Erfindung, die mir bei meinen Reisen ein PaarPferde erspart."

Aber lassen sich denn auch diese Wildfänge leiten undlenken?" fragte Hopfcnberg.

Schauen Sie!" rief der Dicke, und setzte seinen Post-zug mit Zunge und Peitsche in Bewegung. Er fuhr linksund rechts, und machte so geschickte Wendungen, wie fiekaum mit kunstmäßig eingcfahrcnen Pferden gelungen wä-ren. Dabei trugen sich die Thicrchen so zierlich, daß fiemit gleichem Beifall, wie bisher Pferde und Hunde, aufden vorzüglichsten deutschen Bühnen hätten auftretcn können.