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„Aha!" rief der freudige Leser: „Nun kam ich erst vordie rechte Schmiede! Man muß also Anfangs zärtlich scpnwie ein Tauber, dann rasch und verwegen wie ein unge-zogener Maulaffe, und znletzt, wenn das alles nichts hilft,kalt und gleichgültig, wie ein steifer Klotz. — Das scheintmir, bei meiner Treu! eine gute Lehre; und gelingt mir'sdamit, so will ich mich bei dem klugen Lehrmeister, wennich seinen Aufenthalt ausforschen kann, schönstens bedanken."
Er ließ nun vor allen Dingen aus der nächsten Stadteinen berühmten Schneider kommen und bestellte bei ihmeinen roscnfarbcnen Leibrock von Seide und papagcigrüneUnterkleider dazu. Der Meister, ein Mann von Geschmack,machte lächelnd den Einwand: die zarte Roscnfarbe würdezu den vollen, brannrothcn Wangen des gnädigen Herrnkeine gute Wirkung thun, und ein so bunter Anzug sepüberhaupt in ganz Europa nicht Mode. „Das ist mireben recht!" versetzte der Junker. „Mir gefallen sic nichtdie schwarzen Jacken, die man jetzt überall sicht. Man-cher, dem etwa die Seele seines Geldbeutels ausgcfahrenist, hat wohl Ursache, in Trauer zu gehen: ich aber willmich gerade recht freudig und bunt kleiden, um etwasNeues und Sonderbares zu haben." — Der Schneiderschüttelte den Kopf, nahm aber Maß, und beurlaubte sichmit dem Versprechen, die befohlene Arbeit nächstens zuliefern.
Während der Junker darauf wartete, sann er fleißigauf zierliche Redensarten, womit er des Fräuleins Ohrenkitzeln wollte. Auch zerbrach er sich viel den Kopf, wieer sich, außer der glücklich erfundenen Neuheit seiner Bc-
Langbein'S sämmil. Schr. IX. Bk. 20