Geschmack. Endlich stieß er aus die Antworten beieinem gesellschaftlichen Fragcspiele. DieseUebcrschrift machte ihn aufmerksam und erweckte den Wunsch,aus diesem Gedichte etwas zu lernen, womit er Ehre cin-legcn könnte, wenn er vielleicht einmal in ein solchesSpiel verwickelt würde. Er setzte sich daher in der Laubefest und las laut und mühsam, wie ein Leseschüler, dieerste, einer Dame in den Mund gelegte Antwort:
Was ein weiblich Herz erfreue?
In der klein- und großen Welt.
Ganz gewiß ist cs bas Neue,
Dessen Biüthe stets gefällt.
Er hielt inne, klopfte sich an die Stirn und sagte:„Merk's dir, Tobias! Kleide dich, wenn du dem Fräuleinaufwartest, ganz nagelneu, und kannst du sonst noch et-was Neues, das man nicht bei jedem Mcnschcnkinde sicht,erfinden oder anftreibcn, desto besser! Denn schau, eineDame, die das Ding doch verstehen muß, sagt's hier klarund deutlich, daß den Weidlein das Neue gefällt. Dasteht's gedruckt, und was gedruckt ist, Hab' ich immer ge-hört, das ist wahr."
Begierig las er weiter, doch die nächsten Zeilen verstander nicht, und wußte sich nichts daraus zu nehmen. Erfand erst wieder Wasser auf seine Mühle, als der Erfah-rene spricht:
Geh' den Weiber» zart entgegen,
Du gewinnst sie nnf mein Wort,
Und wer rafch ist und verwegenKommt vielleicht noch besser fort;
Doch, wem wenig drnn gelegen,
Scheinet, ob er reizt und rührt,
Der beleidigt, der verführt.