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„O, liebe Mutter!" sagte Rudolph, „wenn Ihnen keingrößeres Unglück begegnete, so scy» Sie ganz ruhig! MeinRoman und die Reise nach der Löwenbnrg brachten mirmehr ein, als ich in hundert Jahren am Kanzelleitischegewinnen könnte."
Er erzählte ihr nun alles, was wir schon wissen; abersie bezweifelte die Gewißheit seines Glucks so lange, biszwei unverwerfliche Zeugen der Wahrheit, Herr von Lö-weuburg und Bruno, um sie zu besuchen, ins Zimmertraten und ihre Traurigkeit in Freude verkehrten.
Die drei Männer gingen hierauf zum Buchhändler Wolf-gang, der den Herrn von Löwenburg, mit welchem ervor langen Jahren einen unangenehmen Briefwechsel ge-führt hatte, nicht persönlich kannte. Er hielt ihn, da erin Bruno's und Rudolphs Mitte erschien, für einen gutenKunden, der vielleicht auch hundert Eremplare von Bachskünftigen Werken in Beschlag nehmen würde. Aber wiehart fiel er aus den Wolken, als sich sein Schwiegervaternannte und ihm mit kurzen Worten erklärte, daß er seineEnkelin abholcn und an den jungen Bach verheirathcnwolle. Des Mannes Bestürzung war so groß, daß ihmeine Weile der Mund offen stehen blieb. Dann wandteer sich zu dem jungen Schriftsteller und sagte mit zittern-der Stimme: „Aber es bleibt doch bei unscrm Vertrage,daß Sie mir vorher die bewußten sechs Romane schreiben?"
„Das wird kaum möglich sepn;" antwortete Rudolph:„denn über drei Wochen mache ich schon Hochzeit."
„Dagegen thu' ich Einspruch!" rief Wolfgang. „Ichwillige nicht eher in die Heirath meiner Stieftochter, bisich meine sechs Romane gedruckt vor mir sehe."
Herr von Löwenburg belehrte ihn mit derben Worten,daß er über Marianen keine Gewalt habe und noch we-