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Ohne Antwort darauf, bat Rudolph seinen Freund, sichzu nennen. Bruno weigerte sich: aber Jener, der sich indieser mißlichen Lage zum Vormunde des Hitzkopfs beru-fen fühlte, nahm eigenmächtig den Brief vom Tische,zeigte dem Herrn von Löwenburg die Aufschrift, und er-suchte ihn, sein Betragen darnach cinzurichten.
„Was beweist diese Aufschrift?" sprach der zornigeMann. „Sie kann gemacht sepn, um als Blendwerk zudienen."
„Elendes Mißtrauen, das ich beschämen muß!" riefBruno und riß den Umschlag des Briefes auf. Das ersteWort, das ihm ins Auge fiel, war der Name Jda vonDülmen. Er las weiter, sein Gesicht klärte sich auf,und er sagte mit freundlichem Lächeln: „Mein Herr vonLöwenburg, hier erhalte ich eben zu gelegener Zeit dieNachricht, daß mir ein kürzlich verstorbener Oheim, derGeneral Fr ei Wald, fünfzig tausend Thalcr unter derBedingung vermacht hat, die Tochter seines vormaligentreuen Waffcngcfährtcn und Freundes, des Obersten Dül-men, zu heirathcn." — Er entfaltete zugleich das in ge-richtlich beglaubtcr Abschrift beiliegende Testament, undübergab cs dem Herrn von Löwenburg zur Durchsicht.
Dieser las die Urkunde mit großen Augen, winkte sei-nen Bedienten, sich zu entfernen und sagte: „VerzeihenSie meinen vorigen Ungestüm, Herr von Frciwald! Ichkonnte als Vormund nicht durch die Finger sehen: Nunaber hat es nichts zu bedeuten, daß Sie sich etwas vor-eilig dazu anschickten, den letzten Willen Ihres HerrnOnkels zu erfüllen."
Jetzt wagte sich Jda aus ihrer Verborgenheit hervor,und ein reuiger Blick ihrer gesenkten Augen, wobei sieschweigend die Hand auf's Herz legte, bat den Vormund