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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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das jetzt fein Sohn besaß. Dieser, ein etwas rauherMann, hielt seine Mündel unter strenger Aufsicht, unddennoch hatte sic im Bade zu Pyrmont, wohin sic ihnin der Mitte des Sommers begleitete, hinter seinem Rü-cken mit Bruno zärtliche Bekanntschaft gemacht. DerVormund gestattete keinem jungen Manne Zutritt in sei-nem Hause; die Liebenden vereinigten sich daher zu heim-lichen Zusammenkünften in der einsamen und von jeder-mann geflohenen Löwenbnrg, wohin sich das Fräulein fasttäglich begab, sobald der alte Herr zu Bette gegangenwar. Niemand, als eine vertraute Zofe wußte und be-förderte diese nächtliche Auswanderung, die schon einenMonat lang uucntdcckt geschah.

Rudolphs Wegweiser in der Burg war ein listiger, inBruno's Diensten stehender Knabe gewesen, der sich zneinem Zwerge zusammcngeduckt hatte. Er hielt sich oftTage lang in der Burg verborgen, um Steine zu schleu-dern, wenn ein unberufener Gast erschien; und er warcs auch, der dem Gespcnsterläugncr, dem philosophischenSchulmeister, einen Denkzettel ans Bein gab.

Alles, was hier in beliebter Kürze berichtet ward, er-zählte Bruno mit mehrern kleinen Umständen, deren Kennt-nis) dem Leser entbehrlich ist.

Nun rückte Rudolph mit seinem dicken Briefe heraus.Himmel!" rief Bruno,das ist kein Brief, das ist einvollständiges Lehrbuch der Moral, und enthält vcrmuthlichals Anhang mein ganzes Sündenregister. Das wird mireinmal gute Dienste thnn, wenn ich zur Beichte gehenwill. So lange mag's ungelesen bleiben."