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Unbefriedigct, weil er von Bruno nichts erfahren hatte,begab sich Rudolph nach Tische zur berüchtigten Burgund fand ihren Anblick in der Nähe so wunderschön, daßer sich ihr gegenüber setzte, um sie zu zeichnen. Zufälligging eben der Dorfschulmeister mit seinen Chorknaben vor-bei. Der Zeichner ließ sich mit ihm in ein Gespräch einund fragte ihn, ob die Sage, daß es in den Ruinen nichtgeheuer sey, einigen Grund habe. Da blies sich der Mei-ster auf, lächelte vornehm und cntgegncte zierlich: „EinMann, wie ich, der aus dem Silberborne der Weltweis-heit geschöpft und getrunken hat, überläßt es den Hefendes Volkes, Gespenster zu glauben." Er hatte diese kost-baren Worte kaum gesprochen, als ein beträchtlicher Steinaus der Burgpforte flog und ihm zwischen die Beine rollte.Erblassend that er einen Angstsprung und ergriff mit sei-nen Knablcin eiligst die Flucht.
Ungeschreckt durch die Feigheit des Weltweiten, gingRudolph jetzt in die Burg, und wünschte sehnlich, seinenFreund, der ihn dahin eingeladen hatte, zu finden. Aberder ganze innere Raum war still und todt, und es flogennicht einmal, nach der Sage des Schcnkwirths, Steineumher. Vergebens rief Rudolph den Namen Bruno oftund laut; vergebens klopfte er an eine verschlossene Thür.Er hielt es nun für entschieden, daß ihn der muthwilligeMensch in den April geschickt habe. Darüber aufgebrachtund der schauerlichen Nachtwachen überdrüssig, ging er insWirthshaus zurück, um dort gemächlich zu schlafen und desandern Morgens seine Rückreise anzntretcn.
Kaum eingeschlnmmcrt, träumte ihm: Wolfgang stehemit Marianen vor seinem Bette und sage: „Sieh, da liegtder Weichling in den Federn, und prahlte doch, er wolleDir zu Liebe in drei oder vier wüsten Schlössern bei Nacht