-oV 276 >§->-
ter mit geschlossenem Helmfenster ins Gemach und sagtemit rauher Stimme:
„Bartloser Fant, was hast du hier im Sinn?Berechnest du den schimpflichen Gewinn,
Wenn ihr, wie euch der grimme Geiz gelehrt,
Die Mauern dieser grauen Burg zerstört.
Und das Gestein verkauft, damit etwanuEin Krämer sich ein Lusthaus bauen kann?
Schon habt ihr vieler Berge stolzes HauptDer alten Krone freventlich beraubt:
Ihr habt gehackt, geschaufelt, bis das Schloß,
Das oben stand, m euren Seckel floß.
War'S wohl die Hand voll vorher Heller werth,
Daß ihr deßhalb ein Alterthum entbehrt?
Ein Denkmal aus der deutschen Nirterzeit,
Von welcher ihr nur Schattenbilder seyd!
Ha! schätzen und bewahren solltet ihrDer Burgen Nest, als eine Landeszier,
Und durch den Anblick stärken euren Geist,
Der nicht mehr deutsch ist, der nur deutsch noch heißt. —Was starrst du mich mit finstern Augen an?
Ich weiß die Thaten, die ihr jüngst gethan !
Wie ein gequälter Stier zuletzt ergrimmtDen Peiniger auf seine .Hörner nimmt,
Und in die Luft wie einen Ball ihn schnellt,'
Daß niederstürzenv sein Gebein zerschellt:
So faßtet ihr des fremden Drängers Macht,
Und malmtet sie in mancher braven Schlacht.
Doch euer Werth, der hoch im Felde stieg,
Wie kläglich sank er nach erfochtncm SiegBescheiden still ist achtes Heldenthnm;
Ihr aber lärmt mit eurer Thaten Nuhm,
Und macht mir Mund und Schrift euch mächtig breit,-Was für ein Kern; und Wundervoll ihr seyd.
O, dieß undeursche Großthun ziemt euch nicht!
Ist'S denn genug, wenn man nur tapfer ficht?
Muß man nicht auch von schnöder Selbstsucht rein,
Gut und gerecht und altdeutsch redlich scyn?-