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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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14.

Als er sechs oder acht Meilen weiter gewandert war,lag das zweite wüste Schloß vor ihm. Er wäre gern umdiese neue Schule der Herzhaftigkeit hcrumgcgangen, wenncs ihm erlaubt geschienen hätte, sein Wort zu brechen.Damit er jedoch sicher scp, von keinem Menschen daringeneckt zu werden, hielt er im nahen Städtchen, wo ereinige Stunden ausruhte, sein nächtliches Vorhaben geheim.Er kaufte gegen Abend eine Laterne, Lichter und Feuer-zeug, und ging damit, von Niemand bemerkt, ins einsamliegende Schloß.

Er fand in demselben ein Gemach, dessen verfalleneWände noch auf allen Seiten hoch genug waren, einbrennendes Licht gegen den Wind zu schützen. Hier ließer sich nieder. Ein breiter Stein war sein Sessel, undder riesenhafte steinerne Rumpf eines Ritters, der, aus ei-ner Blende herabgestürzt, Arme und Beine gebrochen hatte,sein Tisch. Das war wohl dem rüstigen Kämpen, dervermuthlich sein Leben lang alle Fedcrgeschäfte ritterlichhaßte, nicht an der Wiege gesungen worden, daß einst derRücken seines Standbildes einem jungen Romanendichterzum Schrcibepulte dienen würde.

Rudolph hatte die Warnung des Dichtergeistes in denWind geschlagen, und begeistert von der jungen Muse, dieeinst seine Frau werden sollte, begann er einen Roman,wozu er sich schon im Wandern die nöthigen Zurüstungengemacht hatte. Er schrieb einige Blätter mit solcher Ver-senkung in sein Werk, daß er alles um sich her vergaß.

Auf einmal hallten Fußtritte durch das öde Gemäuer.Anfangs weit entfernt, waren sie kaum hörbar; doch im-mer kamen sie näher. Endlich trat ein geharnischter Rit-