Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
274
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Der sich's als Eqq' und Pflug erkor,

Die Welt mit Schriften zu ergötzen.

Ach! warum strebt' ich nicht drauf los,

In eines Amtes warmen SchvvSMich ruhig und bequem zu setzen!

Ich schrieb manch' fröhliches Gedicht,

Doch frohe Tage kannt' ich nicht.

Drum lies; ich mir auf meinen Grabstein azen:Hier ruht ein Mann, der Andern Freude machte,Sich aber selbst um Glück und Freude brachte."

Diese wchmüthigen Worte griffen dem bestürzte» Leserans Herz. Er zerbrach sich den Kopf über den Schreiber.Die erste und natürlichste Vermuthung war die, daß esein vermummter Mensch gewesen sep. Doch woher wußteder Geisteraffc, daß sich Rudolph der Schriftstellern wid-men wollte? Das war nur seiner Mutter und dem Buch-händler bekannt. Aber jene schlichte, redliche Frau, die mitgeheimen Listen nie umging, hatte gewiß keinen solchenWarner gedungen z und noch weniger konnte Wolfgangder Anstifter sepn, weil er dadurch ganz gegen seinenVorthcil gehandelt hätte. Also mußte sich Rudolph, sosehr auch seine Vernunft dagegen stritt, zu dem Glaubenbequemen, daß sich der Geist eines alten verkümmertenDichters die Mühe genommen habe, ihm mit gutem Rathezu dienen.

Die lange, finstere Halle, von welcher seine Lichter kaumden vierten Thcil erleuchteten, war ihm nun ein ängstlicherAufenthalt, und an Erfindung romantischer Geschichten warnicht zu denken. Doch, seinem Gelübde treu, wich er nichtvon der Stelle. Mariane stand ihm wie ein freundlicherSchutzengel immer vor Augen, und die Nacht verging,ohne daß ihm ein neues Abenteuer begegnete.