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Indem sie die Rockenstube damit in Schrecken setzte, ent-stand plötzlich im Rauchfange des Kamins ein seltsamesGeräusch. Die Frauen und Mädchen fuhren bestürzt zu-sammen , und selbst die Alte, die eben den Vortrag hatte,verstummte. Aber sie faßte sich bald und sagte: „Sindwir nicht Kinder! Da fürchten wir uns vor einer Fleder-maus oder Eule, die über den Schornstein hinweg fliegt.Lachen Sie uns nicht aus, lieber Herr!"
Sic erzählte nun weiter: doch nach wenigen Minutenließ sich ein neues dumpfes Getöse vernehmen, und gleichnachher fuhr ein gehörnter Popanz, mit einem langenBocksbärte, aus dem Ranchfange herab. Todesschreckcnwarf die zunächst sitzenden alten Weiber mit ihren Spinn-rädern in einen Klumpen zusammen. Das Gespenst saheinen Augenblick stell aus dem Kamin hervor: dann gefieles ihm, bärenhaft brummend, vom Herde nicderzustcigen.Da stürzte die ganze Spinnstube mit gällendem Geschreizur Thür hinaus und der Unhold verfolgte sie.
Rudolph, der den Spuk starr angesehen hatte, ohne sichvom Stuhle zu bewegen, stand jetzt auf und ging miteiniger Vorsicht über die Hausflur; denn es war ihm vorBackenstreichen bange, womit die Geister, wie bekannt, sehrfreigebig sind. Doch kam er ohne Anfechtung in die Schenk-stube hinüber. Hier fand er den Wirth noch wach; dieSpinnerinnen ächzten und wehklagten um ihn her: nurdas schöne Mädchen hatte Kraft und Fassung, den Vorfallzu erzählen.
Der Wirth schlug ein Hohngelächter auf und sagte:„Was gilt's? Das Jüngferchen hat einen Liebhaber, deruns aus Eifersucht diesen Spaß machte."
Das Mädchen erklärte diese Vcrmuthung für einen grund-losen Scherz.