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wirths alte Mutter den Schluß eines Mährchens, undnahm cs sehr übel, daß ihr ein naseweiser Dorfkrämcrins Gesicht lachte und ihr ausgeschüttetes Wunderhorn füreinen Spreukorb handgreiflicher Lügen erklärte. „Nun, sosprecht von Euren Pfefferdütcn," sagte sie und setzte sichin einen Schmollwinkel.
Da erinnerte sich Rudolph der bekannten Sage vomverstorbenen Musäus, daß er den Stoff seiner lieblichenVolksmährchen in Rockenstubcn eingesammelt, und biswei-len zahlreiche Gesellschaften greiser Mütterchen zu sich rin-gelnden habe, um sich alte Wundcrgeschichten von ihnenerzählen zu lasten. Rudolph entschloß sich sofort, aus glei-cher Quelle zu schöpfen. Er nahte sich der beleidigten Al-ten mit Ehrerbietung und sagte: „Liebe Mutter, Ihr er-zähltet vorhin ein schönes Mährchen, wovon ich leider nurden Schluß vernahm. Ich liebe dergleichen anmuthige Ge-schichten, und ich würde sehr dankbar sepn, wenn Ihr mirdie besten, die Euch bekannt sind, mittheilen wolltet."
„Wie soll ich das verstehen?" antwortete sie. „Wollt Ihrmich vielleicht auch, wie jener Gelbschnabel, verspotten?"
Er betheucrtc, seine Bitte sep ernstlich und arglos, undnun war sie bereit, ihm zu willfahren. „Aber heute ist'szu spät;" sagte sie. „Auch beunruhiget das Getümmel derMarktleutc das ganze Haus. Wir könnten sogar in derabgesonderten Stube, die Euch mein Sohn angewiesen hat,kein Wort von Bedeutung sprechen. Habt Ihr aber Zeit,noch einen Tag hier zu verweilen, so will ich morgenAbend einige Weiber und Mädchen zusammen rufen, undda sollt Ihr die besten Mährchen, die man hat, zu hörenbekommen."
Rudolph nahm diesen Vorschlag an, weil er ohnedießseinen müden Füßen einen Rasttag geben wollte.