Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

-->D 268

lklN

dene Berge versprach, schon so bald gelegt werden sollte.Aber Mariane, die cs nicht wußte, was die beiden Män-ner weiter verabhandelt hatten, bezeigte wenig Vergnügenüber die abenteuerliche Reise, und der Name der Löwen-burg schien ihr eben so unbehaglich, als ihrem Stiefvaterzu sepn. Rudolph hätte sich gern dieses Räthsel von ihrlösen lassen; aber Wolfgang bewachte die jungen Leuteden ganzen Abend, und sie mußten sich trennen, ohne daßein Gespräch unter vier Augen zu Stande kam.

11 .

Nach drei kleinen Tagereisen, die kein bedeutendes Er-eigniß merkwürdig machte, kam der Wanderer Abends inein Dorf, wo er die Nacht über bleiben wollte. Ein na-her Jahrmarkt hatte das Wirthshaus mit Gästen gefüllt.Ei» Wettgcschrei von hundert Stimmen durchtobte dieSchcnkstube. An dem einen Tische saßen Pfefferküchlcr bei-sammen und zogen aus Napoleon los. Sic bethcuerten:wenn er noch länger geherrscht und die Sperrung der Hä-fen fortgesetzt hätte, so wäre bald das ungeheure Unglückentstanden, daß die halbe Welt keinen Pfefferkuchen mehrzu essen gehabt hätte. Eine lange Tafel hatten beur-laubte Soldaten eingenommen, und zwei Großsprecher, dieeinander zu überschritten suchten, erzählten ihre Kricgstha-ten mit solcher Hast, daß der Hauch ihres Mundes vonZeit zu Zeit die Lichter auslöschtc. Am dritten Tischebefanden sich acht oder neun finstre Schuster, und mittenunter ihnen ein hochgelahrter Schulmeister, der ihnen denberühmten Jakob Böhme und den ehrlichen HansSachs als Zunstgenossen bekannt machte. Am viertenTische erzählte eben, als Rudolph hinzu trat, des Gast-