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Er hatte auf der Universität einen jungen EdelmannNamens Bruno von Freiwald kennen gelernt undFreundschaft mit ihm geschlossen. Es war ein lustigerWildfang. Er blickte nur in seine Bücher, wenn es ihman einer fröhlichen, Unterhaltung gebrach, lehnte sich ge-gen jede Beschränkung der akademischen Freiheit heftig auf,und war in allen Dingen ein geschworener Feind des al-ten Herkommens, das er Philisterei nannte. Er fiel oftseinen Freunden und Bekannten mit muthwilligcn Strei-chen zur Last; doch keiner zürnte dcßhalb ernsthaft undanhaltend auf ihn, weil er übrigens brav und gutherzigwar, und sich in alle seine Ränke und Schwänke keinSchatten von Tücke mischte.
Als Rudolph nach Ablauf seiner Universitätszcit seinenFreunden bekannt machte, daß er sich in seiner Vaterstadtum ein Amt bewerben wolle, spottete Bruno über diesenzahmen Entschluß und zeichnete ans der Stelle mit flüch-tigen Strichen ein Zerrbild, wie Rudolph, mit Schlafrockund Nachtmütze, in einem Großvatcrstuhle saß, ein Win-delkind ans dem Schooße hatte, und es mit Mehlmußätzte, wahrend sechs andere kleine Sprößlinge um ihnherum krabbelten, und ihn ein häßliches Weib mit demPantoffel zu schlagen drohte. — Er, der Zerrbilduer, wolltedie Welt durchschwcifen, und sich, ohne festen Rciscplan,von Zufall und Laune bald vorwärts, bald rückwärts trei-ben lassen. Der frühe Tod seiner Eltern hatte ihn reichund unabhängig gemacht; dennoch nahmen sich einigeOheime und Basen oft die Freiheit, ihn zu meistern, under lebte darüber mit ihnen in einer beständigen Spannung.Er wußte, daß sie seinen zwecklosen Ausflug in die weiteWelt nicht billigen würden; darum gab er ihnen erstdann, als er ihn schon begonnen hatte, Nachricht davon.