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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
258
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Rudolph hatte des folgenden Tages einen sehr vergnüg-ten Morgen und Abend. Früh erhielt er die glückwcissa-gcnde Einladung, und bei der Abendtafcl saß er wie einBräutigam neben Marianen. Diesen angenehmen Platz,um den ihn mancher Ncbengast beneidete, verschaffte ihmder gefällige Schanhcrr, der des Mädchens Zuneigungzu dem jungen Schriftsteller bemerkte, und sein dankbaresGcmüth wegen des erhaltenen Geschenkes an den Taglegen wollte, ohne sich mit einem Gegengeschenke in Ko-sten zu setzen.Grazien und Dichter gehören zusammen!"rief er, indem man sich zur Niederlassung an der Tafelanschickte. Er faßte zugleich die jungen Leute rechts undlinks und nöthigte sie, neben einander Platz zu nehmen.Herr Wolfgang schien nicht ganz damit zufrieden. Diewillkommene Freisprechung vom Ehrensolde schloß ihm zwarden Mund; doch gab er auf das nachbarliche Pärchenscharf Achtung. Das war ihm auch nicht zu verdenken.Er mußte kurz zuvor einen reisenden Philosophen vomTische jagen, weil er sich unstatthafte Freiheiten gegenMarianen herausnahm. Darum war ihm bange, derRomanschreibcr möchte sich noch unartiger betragen. AberRudolph war die Bescheidenheit selbst. Er sah die schöneNachbarin nur dann mit zärtlicher Sehnsucht an, wennder lauernde Stiefvater sein Glas Burgunder behaglichund langsam ausschlürfte, und dabei, wie er sich ange-wöhnt hatte, die Augen zudrllckte.

Rudolphs Vorsicht war ihm sehr nützlich. Herr Wolf-gang führte ihn nach Tische vertraulich bei Seite und sagte:Ihr Roman ist gut; ich gebe ihn morgen in die Dru-