Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
256
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scr Wunsch leitete mich, ohne Absicht auf Geldgewinn,zu Ihnen."

Sehr verbunden!" sagte der Buchhändler mit einerVerbeugung.Ihre Höflichkeit besticht mich, eine Aus-nahme von der Regel zu machen. Lasten Sie das Hefthier. Ich will cs mit Muße durchlescn und Ihnen nacheinigen Tagen meine Entschließung eröffnen."

3 .

Wolfgang hatte einen gelehrten Schanherrn auf derSeite, de» er über den Werth oder Unwerth der ihm ein-getragenen Verlagswerke zu Rathe zog, wen» nicht schonder Name des Verfassers den Gehalt derselben verbürgte.War cs ein ernsthaftes, wissenschaftliches Werk, so wardcs dem Schanherrn zur bedächtigen Prüfung ins Hausgesandt. Romane hingegen vcranlaßtcn gewöhnlich einenkleine» Abcndschmaus, zu welchem der Buchrichtcr, ohneZuziehung anderer Gäste, cingcladen wurde. Nach Tischestopften die Herren ihre Pfeifen, Mariane las das inFrage stehende Wcrklcin vor, und gab auch zuletzt, wenndie Sache znm Spruch kam, ihre beifallende oder verwer-fende Stimme.

Vor dieses Gericht ward Rudolphs Roman gestellt.Mariane begann die Vorlesung mit Vergnügen, weil sicschon für den Verfasser ein wenig eingenommen war. Alsaber vollends die Geschichte von Blatt zu Blatt anmu-thiger ward, da griff die Vorleserin oft der künftigen Ur-theilssprcchcrin voreilig ins Amt und brach in Lobeserhe-bungen aus. Selbst der ernste Schanhcrr wiegte mitun-ter beifällig sein Haupt und entschied am Ende: der Ro-man sep gut und vollkommen würdig, aus der berühmten