Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
254
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Rudolph wollte seinen Roman dem Buchhändler uncnt-geldlich überlassen, und bloß als Ehrenloh» das Vergnü-gen genießen, Marianen bei dieser Gelegenheit zu sehenund ei» Wörtchen mit ihr zu sprechen. Schlau nahm ersich daher vor, den Herrn Wolfgang um die Mittagszeit,wenn der Bnchladcn geschlossen war, in seiner Wohnungzu überraschen. Er ging etwas zagend die Treppe hinauf,hörte Kaffceschalen klirren und klopfte, von diesen Weg-weisern geleitet, an eine Thür, die sogleich der Buchhänd-ler selbst aufthat. Er erschien mit einer langen Tabaks-pfeife in der Hand, und seine ansehnliche Breite füllte diespärliche Oeffnung so neidisch, daß Rudolph nur durcheine schmale Lücke das am Kaffectische beschäftigte Mäd-chen erblickte. Der unartige Stiefvater nöthigte ihn nichtnäher zu kommen, sondern fragte kurz und rund:Wassteht zu Diensten?" Rudolph glaubte, das Wort Ma-nu sc ri Pt werde wie ein Zauberschlag wirken und ihnsogleich zu Marianen versetzen; er sprach es daher mitNachdruck aus. Doch wie eine Säule blieb Herr Wolf-gang auf der Thürschwclle stehen und sagte kalt:Be-lieben Sie in einer Stunde wieder zu kommen; da wer-den Sie mich unten im Bnchladcn finden." Hiermit trater zurück und zog die Thür hinter sich zu.

Mit verbissenem Ingrimm wünschte ihm Rudolph, in-dem er die Treppe hinab ging, ein Rabenheer von Nach-drucken auf den Hals. Er faßte sogar in der erstenHitze den Entschluß, ihn auf das angebotene Werk immerund ewig vergebens im Laden warten zu lassen. Als eraber von der Straße nach dem verschlossenen Paradiese