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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
251
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zutasten. Ich verklagte ihn bei seiner Obrigkeit, erhieltaber keine Hülfe. Da hegt' ich selbst ein hochnotpeinli-ches Halsgericht über ihn, und that ihm in meinen vierWänden das Recht an, das ihm unter freiem Himmelwiderfahren sollte."

Er öffnete jetzt einen Schrank und zeigte dem jungenManne einen darin stehenden kleinen Galgen, an welchemeine männliche Puppe hing, mit einem Zettel auf derBrust und der Inschrift: Nickel Mitesser, der Erz-dieb.

Dieses Hochgericht," fuhr er fort,baut' ich in derAbsicht, daß der Galgcnschwcngel seine Hinrichtung selbstsehen, und sich, in der Diebssprache zu reden, als Klöp-pel in der Feldglocke erblicken sollte. Ich wußte, daß erwegen einer Erbschaftssache hier eintreffcn und mit mirsprechen mußte. Er kam; ich führte ihn zum Galgenund erwartete, daß er sich entsetzen und mir auf den Halsfahren würde. Aber der ehrlose Mensch lächelte ruhig undsagte: Bin ich der Dieb, so sepd Ihr der Henker!Schwapp! gab ich ihm, um sein kaltes Blut zu erwär-men, eine heiße Ohrfeige, und wäre nicht Mariane,meine Stieftochter, ins Mittel getreten, ich hätt' ihm Arm'und Beine zerschlagen."

So erfuhr doch Rudolph noch für seine zehn Thalcrdes Mädchens Namen und häusliches Verhältniß. Erging vergnügt hinweg und sprach zu sich:Jetzt hat dochder Nachdruck einmal etwas Gutes gestiftet! Er entdecktemir einen Schaß, der mir vielleicht nie zu Gesichte ge-kommen wäre, hätten sich die Herren Vettern nicht um'sliebe Mein und Dein die Köpfe gewaschen."