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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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tzer Kutsche, die dort fährt, Ihre Frau Liebste mit einemschönen jungen Herrchen erblickte."

Ein Dolchstich und doch erwünscht! Ich hatte die Flücht-linge vor Augen; sie konnten mir nicht entrinnen. Esbeugte sich, indem ich mit dem Manne sprach, ein Kopfaus dem Wagen heraus und schaute nach mir her. Gleichdarauf verließ der Wagen seine Straße, machte einen wei-ten Bogen und schlug einen Weg ein, der durch's soge-nannte Gänsethor in die Stadt zurückführt.Aha!" sprachich zu mir:Sie sehen, daß du sie zu Pferde verfolgst,sie geben alle Hoffnung auf, zu entwischen. Nun, laß sienur ruhig fahren! Einem Feinde, der sich zurückzicht, mußman goldene Brücken bauen." Ich ritt ihnen also sachtenach, überlegte hin »nd her, wie ich mich als beleidigterEhegatte benehmen wolle, und ward mit mir einig, meineHände zwar nicht mit Blut zu beflecken, aber andere strengeMaßregeln zu nehmen.

Mit diesen christlichen Gedanken passirte ich durch's Gänse-thor. Da fiel ein ungezogener Hund mein Pferd an; csging bis an's Haus seines Herrn mit mir durch und warddort stätig. Der Kaufmann sprang mit einer Hetzpeitscheaus dem Laden heraus, um cs von dannen zu treiben.Ich bat ihn aber um Gotteswillcn, mich absteigen zu las-sen. Er half mir freundschaftlich herab. Ich hatte michbockstcif geritten »nd taumelte in meinen schweren Cou-ricrstiefeln wie ein Betrunkener nach Hause.

In der Thür stand Susanne.Die Ausreißer sindwieder da, sind oben in der Visitenstube!" sagte sie leise.Ich schlich die Treppe hinaus, spähte durch's Schlüsselloch,und mit Entsetzen sah ich mein Täubchen in den Armeneines blutjungen Fäutleins ans dem Sopha sitzen. Dadrückte ich den Hut tief in die Augen, riß die Stubcnthür

Lnngbein'S säinmtl. Schr. IX. Bd. . 16