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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
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Ich hätte manchmal gern den Küster die Treppe hinuntergeworfen, wenn er mit einem Gevattcrbricfe angesticgenkam, seinen weitschweifigen Sermon hielt und dabei einGesicht machte, als ob er uns die köstlichste Bescherungbrächte. Mein Aergcrniß verdoppelte der Umstand, daßdergleichen Solennitäten sehr kostspielig waren: denn inGimpelwalde ist es nicht Sitte, das Pathengeld zu ver-bitten.

Noch mit mehrern verliebten Ränken, die ich mit Still-schweigen übergehe, war der Herr Stadtrichtcr geschäftig,sich an mein Weibchen zu ketten. Allein der Krug geht,wie man spricht, so lange zu Wasser, bis er bricht.

Im Januar 1812 stellte mein Plagegeist eine Schlitten-fahrt an, und erbat sich die Ehre, meine Gattin auf demRennschlitten zu fahren. Ich merkte gleich, daß sein Ab-sehen auf das Schlittcnrecht eines Kusses gerichtet war:ich wies ihn deßhalb unter dem Vorwände, daß ich ihmeinige Geschicklichkeit im Umwerfen zutraue, mit seinemGesuche rund ab. Da er jedoch Zeugen aufstelltc, daß erein erfahrener Pferdelenker sep und sich einige bedeutendePersonen für ihn verwandten, so mußte ich die Sache ge-schehen lassen und mich selbst in einen großen Familien-schlitten cinmiethen, um auf den Cicisbeo meiner Frau einwachsames Auge zu haben. Ich bat und bestach unfernFuhrmann, immer so nahe als möglich hinter ihm her zufahren. Er ritt, in eine Wildschur gehüllt, auf der Pritschedes Rennschlittens, und machte sich mit den beiden Lenk-scilen, zwischen welchen Johanna wie gefangen saß, nichthinter ihr, sondern vor ihr, so viel zu schaffen, daß miroft, ungeachtet es grimmig kalt war, brühsiedend heiß da-bei wurde. Ich sprang mehrmals auf und rief durch einstarkes Husten seine verdächtigen Hände zur Ordnung.