lein ansichtig ward, sprang er ans, that auch ihr einenFußfall und sagte: „Ich bringe hiermit der zweiten Göt-tin meine Huldigung dar. Wenn ich aber, wie weilandPrinz Paris, der Schönsten einen goldenen Apfeldarzubieten hätte: ich könnte ihn Keiner ganz zuwenden,ich müßte ihn theilcn."
Da hatten wir nun das Esclcin zwischen den Heubün-deln wieder! Und diese Nolle spielte der steife Galan bisans Ende des Festes. Da ergriff er meine Hand, schüt-telte sie und sprach: „Gute Nacht, weither Freund! Ichwerde Sie künftig recht oft besuchen." — Diese Drohungfuhr mir durch alle Glieder. Ich konnte vor Schreckennichts als eine stumme Verbeugung dagegen aufbringcn.
11.
Er hielt Wort, der Herr Stadtrichter! Schon am näch-sten Abend erschien er und trieb sein süßliches Getändel,wie Tages zuvor. Pauline war fort; der neue Parisbefand sich daher in keiner Verlegenheit mehr, wem er denPreis der Schönheit zucrkennen sollte. „Zimpel, was är-gerst du dich?" sprach ich in Gedanken: „Johanna isttreu; wenigstens wird es diesem cingedorrten Grankopfnicht gelingen, sie zu verführen." Doch diese Vorstellungberuhigte mich nicht. Meine Galle regte sich bei jederzärtlichen Grimasse des Süßlings.
Drei Monate lang verdarb er mir jeden Abend. Abermit diesen häufigen Besuchen war er noch nicht zufrieden.Er stiftete heimlich an, daß er bald da, bald dort mit mei-ner Frau zu Gevatter gebeten wurde, und beschenkte siebei jeder solchen Feierlichkeit mit Bändern, Handschuhen,Blumensträußen und andern dergleichen Schnurrpfeifereien.