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Der alte Junggesell ist bei einer ansehnlichen Länge sohager und dürre, daß man ihn nicht gern in der Sonnestehen oder einem Lichte zu nahe kommen sieht: man fürch-tet, er möchte in Brand gerathen. Dabei zeigt er sichimmer in einer so gespannten Stellung, daß sein Rückeneinen nach innen zu geschweiften halben Mond bildet, undsein langer, steifer Zopf senk- und lothrecht von dem rück-wärts übergcbogencn Kopfe herabhängt. Die äußersteSpitze dieses Perpendickels pflegt der Herr Stadtrichter,wenn er in Parade steht, mit dem Daumen und Zeige-finger der linken Hand so nett zu umfassen, daß sich diesebeiden Finger zu einem Ringe gestalten und mit ihrenzierlich ausgcstrecktcn drei Brüder eine liebliche Gruppedarstcllen.
Das alles fand Pauline sehr schnurrig und ersah sichden drolligen Mann zum Ziel ihrer Schalkheiten. Siestellte sich, als hätte seine Person angenehme Empfindun-gen bei ihr erweckt. Da war er flugs mit seiner veralte-ten und eingerosteten Galanterie bei der Hand. Er blin-zelte aber immer nur mit Einem Auge nach Paulinen;das andere heftete sich auf meine Frau, die dem lüsternenHagestolz noch besser, wenigstens eben so gut als dasMädchen zu gefallen schien. Er befand sich in der Lagejenes Eseleins, das lange mit gewaltigem Hunger zwi-schen zwei schönen Heubündeln stand, ohne sich entschließenzu können, von welchem es zulangen wollte.
Das anhaltende Schielen nach meiner Frau beunruhigtemich; ich reizte daher, wie zum Scherz, Paulinen an, denalten Lüstling noch tiefer in ihr Netz zu locken. Sie brachteihn auch so weit, daß er, etwas benebelt, vor ihr auf dieKnie fiel. Als sich aber die lachende Gesellschaft zu diesemSchauspiele drängte und er meiner Frau unter dem Häuf-