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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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Septcmbcr. Da tönte früh um sechs Uhr ein Posthorn.Ich erschrack, weil ich mich noch im Naupenstandc desSchlafrocks und der Nachtmütze befand. Aber ich ver-wandelte mich blitzschnell, und war schon nach meinenGedanke» eine vollkommen artige Puppe, als meine Her-zcnsgcbictcrin am Hause vorfuhr. Ich eilte fröhlich hinabund hob sie aus dem Wagen; doch indem ich ihr miteiner tiefen Verbeugung die Hand küßte, sah ich schau-dernd , daß ich mit gelben Füßen, wie eine wilde Gans,vor ihr stand. Ein verdammter Streich meiner Eilfertig-keit! Ich entschuldigte mich wegen dieser unanständigenPantoffelparade. Meine Braut lächelte hold und sagte:Es ist ein Vorzeichen, daß Sic bald unter den Pantof-fel kommen werden."

Dieser Scherz begleitete uns die Treppe hinauf. Ichfand meine.Braut liebenswürdiger, als jemals. Aber ihrehohe, dem Palmbaum ähnliche Gestalt,veranlaßte in mei-nem Gemüthe einen stillen Hader mit der Natur, daß sievon der mir gebührenden Mannsiängc zwei bis drei Span-nen innc behielt und diese ganz überflüssig meiner Trau-ten zuthciltc. Die alte erfahrene Mutter hätte bedenkensollen, daß solche Ungleichheiten bei Liebenden äußerst un-bequem sind. Ich kann ein Lied davon singen; ich brachbeinahe darüber den Hals. Es wandelte mich nämlichein erlaubter Gelüst an, meine Braut zu küssen. Da sieaber gerade nicht saß, sondern vor dem Bücherschränkestand und meine Bibliothek besah, so lehrte mich das Au-genmaß, daß ich einer Himmelsleiter bedurfte. Ich trugalso unvermerkt ein Fußbänkchcn herbei, stieg leise hinaufund wollte so meine Schöne umarmen. Doch, gedanken-voll lesend, wußte sic nicht, was um sie her krabbelte, undsah sich mit einer so lebhaften Wendung darnach um, daß