hinab klirrte. Mehr als hundert Köpfe fuhren in derNachbarschaft zu Thüren und Fenstern heraus. Am wei-testen streckte der mir gegenüber wohnende Glasermeistersein struppiges Haupt hervor und schrie mir zu: „Sorecht, Herr Magister! Der Glaser will auch leben." Ichärgerte mich unaussprechlich, da besonders meine Brautnicht ankam, sondern ein von Fusel berauschter Bauer mitunsittlichem Jauchze» vorbeijagtc.
Dieser Vorfall bestätigt den alten Erfahrungssatz, daßdie Liebe alles verändert, was sie berührt. Ich, der vor-sichtigste Mann von der Welt, der zwei und dreißig Jahreund sechs Monate alt ward, ohne daß er von den tau-send thöuerncn Tabakspfeifen, die durch seine Hände gin-gen, nur eine einzige zerbrach — ich rannte jetzt wie einsinnloser Trunkenbold mit dem Kopfe durch eine Fenster-scheibe! — Ja, die Liebe ist wahrlich ein Rausch, denman erst im Ehebette wieder ausschläft. —
3 .
Der hungrige Glasermcister kam ungerufen herüber, er-bot sich zu willigen Diensten, und lachte mich noch insFäustchen aus, daß ich ihm blechen mußte. Kaum wardieser Verdruß ein wenig verschmerzt, so brachte mir derBriefträger einen neuen. Meine Braut schrieb mir: siesey jetzt mit Versilberung einer Wiese und ihres Hausgc-räthcs beschäftiget, und wisse nicht, wenn sie damit zuSlande kommen werde; sie könne folglich den Tag ihrerAnkunft in Gimpelwaldc nicht bestimmen: ich möchte je-doch in jedem Augenblicke darauf gefaßt scpn.
Eine schöne Hiebspost! Ich stand auf Nadeln, ich saßauf Kohlen, und das dauerte sieben Tage, bis zum ersten