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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
157
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fern Händen, als vormals bei meiner harten, sorglosenMutter: aber dennoch war mein Gcmüth nie ruhig, weilich von Ihnen, mein weither Jugendfreund, keine Nach-richten hatte, und sich meine Phantasie von Ihrem Ge-schick die traurigsten Bilder schuf Ucbcrdieß ward mirder Mann, der sich mir zum Vater aufgedrungcn hatte,nach und nach verdächtig und furchtbar. Er brachte alleNächte außer dem Hause zu, und am Tage besuchten ihnwilde, sittenlose Männer, die bei jedem dritten Worte eine»Fluch aussticßcn und mit mir auf die frechste Weise scherz-ten, ohne daß er dadurch beleidiget schien. Am Ende, alsich beinahe zwei Jahre in seiner Gewalt war, fand ichvon ungefähr einen an ihn gerichteten, offnen Brief, worinschreckliche Dinge standen. Der Schreiber desselben, derein Jüngling von guter Herkunft zu sepn schic», nannteihn mit den gräßlichsten Verwünschungen einen Betrüger,der ihn dahin gebracht habe, daß er ohne Rettung verlo-ren sep und sein Leben durch Selbstmord endigen müsse."Diese Geschichte ist mir bekanntz" fiel Falkenburg, derVater, ein:Der Unglückliche war ein junger Edelmann,der in Einer Nacht sein ganzes, nicht unbeträchtliches Ver-mögen im Spiele verloren hatte, und sich am folgendenTage eine Kugel durch den Kopf jagte. Du mußt wis-sen, mein Sohn, daß der Abenteurer, der Nosalicndenn das ist ihr eigentlicher, unverkürzter Name vonder Landstraße hinweg raubte, ein Spieler von Profession,und noch dazu ein Falschspieler war. Er gab sich füreinen italiänischcn Obersten aus, und prangte mit verschie-denen unbekannten Ordenszcichen, die er wahrscheinlichselbst geschaffen und sich zugetheilt hatte. Doch war erwirklich Ritter vom goldnen Sporn: ein armseliger Or-den , der bei dem Papst und seinen Nuntien um den bil-