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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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erricth, hicli diesen Zeitpunkt nicht für schicklich, ihn zurErzählung seines Lebcnslanfcs in den letztem zehn Jahre»aufzufordern. Er lud den Zerstreuten ein, ihn aufsSchloß zu begleiten. Franz folgte ihm stumm und zagend.

Nosalic, die von allen Vorgängen dieses Tages nichtdie geringste Kcnntniß hatte, zog sich erschrocken von ih-rem Fenster zurück, als sie Franzen und ihren Vater inden Schloßhof treten sah. Es war ihr ein Nathsel, wasdicß zu bedeuten habe. Unruhe und Bangigkeit zittertendurch ihr Herz. Sic setzte sich vor den Stickrahmen, sieergriff ein Buch; aber sic hatte für nichts Sinn und Ge-danken; auf keiner Stelle konnte sie bleiben.

Nach einigen Minntcn ließ sic der Vater rufen. Sieeilte mit geflügelten Schritten zu ihm, um sich so geschwindals möglich von ihrer dunklen, namenlosen Angst zu be-freien. Als sic in des Vaters Zimmer trat, erblickte sieFranzen; er und sie erröthctcn und begrüßten sich schüchtern.

Nun?" sagte Falkcnburg:Ihr thnt so fremd, undsepd doch, meines Wissens, alte Bekannte! Kennen sichFranz und Rosa von Tanncnscld nicht mehr?"

Der Jüngling erstarrte bei dem thcurcn Namen. Ro-salie schlug wenig erschüttert die Augen nieder. Sie glaubte,es scp nur davon die Rede, daß sie den Hofkammcrrathbisweilen auf Spaziergängen gesehen habe: denn wie konntesie in dem hochgewachsenen und ausgcbildetcn Manne ih-ren kleinen Jugendfreund ahnen? Er hingegen fand,je mehr er sie ansah, die Gesichtszüge des geliebten Kin-des in dem Antlitze der blühenden Jungfrau wieder, undsank, vor Entzücken sich seiner selbst nicht bewußt, ihr zuFüßen. Falkenburg erklärte der Staunenden die Wunderdes Tages, und die jungen, liebenden Herzen durchwallte