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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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glaubte, das Volk würde den Herzog darum mit Bittenbestürmen; ich fürchtete sogar wegen meiner Verweisungeinen Aufruhr. Aber statt dessen hörte ich, daß die un-dankbare Menge keine lebhafte Thcilnchmnng an mir undmeinem Schicksal zeigte. Sie hatte sich im Gcgcntheil,durch schlaue Künste geblendet, das alte Joch wieder auf-legen lassen, und ichwar vergessen. Das kränkte mich;ich fing an, die Menschen zu Haffen und allen entbehrlichenUmgang mit ihnen zu meiden.

Der Herzog ließ mein Landgut und alles beweglicheVermögen, das ich in seinem Gebiete zurückgclasscn hatte,in Beschlag nehmen, und meine Feinde gewannen aufsneue so viel Gewalt über ihn, daß ich auch Leib und Le-ben in der Nähe seiner Staaten nicht mehr für sicher hielt.Ich entschloß mich dcßhalb, unter einem fremden Namenin ferne Länder zu reisen. Dich vertrante ich der Obhutmeines Kammerdieners an und sandte Euch nach P".

Ich verlebte zehn Jahre theils in England, theils inFrankreich und Italien; doch sehnte ich mich endlich wie-der nach Deutschland, und beschleunigte meine Rückreisedahin, als ich mit Erstaunen von deinem VerschwindenNachricht erhielt. Alle Bemühungen, deinen Aufenthalt zuerforschen, waren fruchtlos. Ich suchte dich zwei Jahrelang vergebens in allen deutschen Hauptstädten, und warddarüber so schwcrmüthig, daß ich mir eine Einsiedeleiwünschte, wo ich, von dem Geräusch der Welt abgeson-dert, mein freudenloses Leben beschließen könnte.

Diesen Wunsch gewährte mir der Graf von Wartstcin,den ich in W" traf. Ich hatte ihn ans srühern Reisenkennen gelernt und vor ungefähr dreißig Jahren hier inFehdingcn einige frohe Tage bei ihm genossen. Wir erin-nerten uns derselben in W". Ich gestand, daß ich ihn