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riß eine geladene Pistole von der Wand, und drückte sieauf den Anführer ab, als er mir eben den Degen aufdie Brust setzte. Er fiel; Bestürzung durchschaudcrtc seineSpießgesellen: sie ergriffen die Flucht. Ich that noch einenSchuß über ihre Köpfe hin, und war nun allein mit demVerwundeten, der sich am Boden wälzte.
Mit Hülfe meiner Leute, die mit Lichtern herbei eilten,trug ich ihn auf ein Bett und befahl meinem Kammerdie-ner, der ein geschickter Wundarzt war, ihn zu verbinden.Wir befreiten sein Gesicht von der Maske, und mit Schre-cken erkannte ich einen jungen Edelmann, der als Officierbei der herzoglichen Leibwache diente. Er wandte seinebrechenden Auge» von mir ab und verschied. In seinerTasche fand sich der Entwurf eines Entsagungsbriefes,durch den ich mich bei Allem, was mir heilig war, hatteverbindlich machen sollen, die Privilegien des Adels nichtmehr anzutastcn und diesen Ucberfall zu verschweigen.
Ich fuhr eilig nach der Hauptstadt und meldete demHerzog den blutigen Ausgang der mir abgedrungcncnNothwchr- Er entsetzte sich, weil er eine Schwester desGetödtetcn liebte. Drum befahl er mir mit Unwillen,mich aus seinen Augen zu entfernen, und seine weitereEntschließung außerhalb der Gränzcn des Hcrzogthumsabzuwartcn. Ich versprach Folgeleistung; doch Lat ich,meinen Gehorsam nicht als Flucht zu betrachten, weil ichaus eigener Bewegung, auf die Gerechtigkeit meiner Sachefußend, keinen Schritt von der Stelle weichen würde.
Du, Franz, warst damals noch nicht drei Jahre alt.Deine Mutter war einige Monate vorher gestorben. Ichging mit dir und meinem Kammerdiener, der nachher deinPflegevater ward, über die nächste Gränzc, und hoffte voneinem Tage zum andern zurückgcrufcn zu werden. Ich