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miinstcr des Herzogs von " , und fühlte mich als Men-schenfreund berufen, des Adels ungerechten Anmaßungen,die damals in jenem Lande alle Schranken der Ordnungund Bescheidenheit überschritten, mit Mnth cntgcgenzu-kämpfen. Der Adel, von dem schwachen Herzog begün-stiget, drängte sich in alle bedeutende Acmtcr, ohne dazutüchtig zu scpn. Er übcrhob sich der Mühe, nach Ver-diensten zu streben, weil seine Geburt für das höchste Ver-dienst galt. Was waren die Folge»? — Alle Zweigeder Staatsverwaltung, denen Landeswohl entblühcn sollte,verdorrten unter der Pflege ungeschickter Hände, und dien-ten bloß zu Znchtruthe» für die Untcrthancn. Ans diesewälzte der Adel alle Bürden, und hielt seine eigenen Schul-tern davon frei. Er häufte überdicß das Getreide seinerGüter zusammen, führte cs ins Ausland, bewirkte dadurchim Hcrzogthume Mangel und Theuerung, und verübte,mit Einem Worte, jeden nur möglichen egoistischen Un-fug , der in seiner Gewalt stand. Dabei war sein hoch-brüstiger Uebcrmuth gegen den Bürgerstand empörend undunerträglich. Es versteht sich, daß nicht die ganze Rit-terschaft des Herzogthums so zügellos verfuhr. Es gabunter ihr vortreffliche Männer ohne Tadel; doch die Aus-gearteten hatten die Oberhand.
Ich drang in den Herzog, ihren Unbilden zu steuern.Ich predigte ihm den Grundsatz: Alle Menschen hät-ten, nach dem Willen der Natur, gleiche Ansprüche;daher dürfe bei der Wahl zu Aemtern nur Tugend undTüchtigkeit den Ausschlag geben. — Und in Ansehungder Staatslastcn lehrte ich ihn das Sprichwort: GleicheBürde bricht niemand den Rücken. — Ich fandlange kein williges Gehör; doch nach und nach ließ ersich überzeugen. Es wurden nun verschiedene »»brauch-