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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
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Adels- und Bnrgerblut gleicht sich an Farbe. War unsre Wiege nicht edel, so lasset unsdahin trachten, daß es unser Grab scy! *

Franz saß, den Kopf auf den Arm gestützt, und sannschwermüthig nach, wie er Hermanns Schreibe» beant-worte» wollte. Plötzlich stürzte Dieser ins Zimmer, drückteihn mit feurigen Küssen an seine Brust und rief:MeinSohn! mein theurer Sohn! ich habe dich wieder!"

Der Jüngling erstaunte und wollte sich, in der Verinu-thung eines seltsamen Mißverständnisses, der Umarmungentwinden; doch Hermann überzeugte ihn mit wenigenFingerzeigen auf seine Jugcndgeschichtc, daß kein Jrrthumim Spiele war. Der Sohn fiel mit Freudcnzähren ansHerz des Vaters.

Aber so unvollkommen ist alles Erdcnglück! desJünglings Freude, daß cr seinen Vater gefunden hatte,schwächte der Schmerz über den Verlust einer Geliebten,den ihm der Gewinn einer Schwester nicht ersetzte.Er unterdrückte indessen diese geheimen Empfindungen, er-suchte den Vater, ihm das Dunkel, das über seine Kin-dcrjahre verbreitet lag, aufznhcllen, und der Alte begann:Wir sind Grafen von Falkcnbnrg. Neunzehn Jahrelang mußte ich diesen Namen verläugnen; doch ich nehmeihn nun mit Sicherheit wieder an. Ich war erster Staats-

'' Diese Worte eine geringe Sprachverbessernng abge-rechnet sind das Motto eines im siebzehnten Jahr-hunderte geschriebenen satirischen NomanS:Der Edel-mann," dessen Verfasser selbst ein Edelmann, Panlvon Winkler, war.