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Adels- und Bnrgerblut gleicht sich an Farbe.— War unsre Wiege nicht edel, so lasset unsdahin trachten, daß es unser Grab scy! *
Franz saß, den Kopf auf den Arm gestützt, und sannschwermüthig nach, wie er Hermanns Schreibe» beant-worte» wollte. Plötzlich stürzte Dieser ins Zimmer, drückteihn mit feurigen Küssen an seine Brust und rief: „MeinSohn! mein theurer Sohn! ich habe dich wieder!" —
Der Jüngling erstaunte und wollte sich, in der Verinu-thung eines seltsamen Mißverständnisses, der Umarmungentwinden; doch Hermann überzeugte ihn mit wenigenFingerzeigen auf seine Jugcndgeschichtc, daß kein Jrrthumim Spiele war. Der Sohn fiel mit Freudcnzähren ansHerz des Vaters.
Aber — so unvollkommen ist alles Erdcnglück! — desJünglings Freude, daß cr seinen Vater gefunden hatte,schwächte der Schmerz über den Verlust einer Geliebten,den ihm der Gewinn einer Schwester nicht ersetzte. —Er unterdrückte indessen diese geheimen Empfindungen, er-suchte den Vater, ihm das Dunkel, das über seine Kin-dcrjahre verbreitet lag, aufznhcllen, und der Alte begann:„Wir sind Grafen von Falkcnbnrg. — Neunzehn Jahrelang mußte ich diesen Namen verläugnen; doch ich nehmeihn nun mit Sicherheit wieder an. Ich war erster Staats-
'' Diese Worte — eine geringe Sprachverbessernng abge-rechnet — sind das Motto eines im siebzehnten Jahr-hunderte geschriebenen satirischen NomanS: „Der Edel-mann," dessen Verfasser selbst ein Edelmann, Panlvon Winkler, war.