tcr Gesichtsfarbe ins Wort: „Ein Kammerdiener in P—'?"
„Ja doch!" sprach Jonas. „Aber er ist entlaufen, miteinem zehnjährigen Mädchen entlaufen, das Rosa vonTannenfeld geheißen hat." —
„Herr Bnlling!" — sagte Hermann, und faßte ihn hef-tig an beiden Schultern: „Ich beschwöre Sie: ist dasWahrheit?" —
„So wahr, als spräch' es eine Stimme aus de» Wol-ken!" cntgcgncte Jonas mit einer frommen Miene, undschlug an seine Brust. „Der lockrc Zeisig hat gesternAbend — ohne zu wissen, daß man ihn behorcht — seineFata selbst erzählt." —
„Ewige Vorsicht!" — rief Hermann, und blickre mithoch gefalteten Händen gen Himmel — „Du schenkst mirmeinen verlornen Sohn wieder!" —
„Was heißt das?" fragte Jonas stutzig.
„Umarmen macht ich Sie!" sprach Hermann mit Feuerder Freude: „Sie leisteten mir den wichtigsten Dienst, denmir ein Sterblicher leisten konnte! Franz ist mein Sohn!— Doch ohne Ihre Einwirkung, Herr Bnlling, hättenwir uns nie gefunden, nie erkannt!" —
„Nun, nun!" sagte Bnlling mit Zähnknirschen: „DerFund ist eben nicht groß! Sie gewinnen beide nicht vielan einander." —
Mit einem wiehernden Gelächter ging er fort; dochHermanns Gcmüth war in diesem Augenblicke so bewegt,daß er es gar nicht bemerkte.