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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
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dcte sich auf der Stelle äußerst sorgfältig au, und saßganze Tage laug tu steifer llnthätigkeit auf seinem Sessel,wie er chmals, die Befehle seines Herrn erwartend, imVorzimmer gesessen haben mochte. In Allem, was erthat, beobachtete er ein abgemessenes, immer sich gleichbleibendes Ceremonicll, und die gleichgültigsten Dinge flü--stcrte er seinen wenigen Bekannten ins Ohr.

Er ließ mich mit keinem Kinde, dessen Aeltern nichteinen gewissen ansehnliche» Rang hatten, spielen und um-gehen. Ich hatte daher, da wir mit Standespcrsoncn niezusammen kamen, immer die peinlichste lange Weile, undbeneidete die Knaben, die ich durch's Fenster auf der Straßeschwärmen und kurzwcilen sah.

Ich war neun Jahre alt, als Frau von Tanncnfeld, einejunge Wittwe, ein Quartier in unser»! Wohnhausc bezog.Mein Vater freute sich über diese vornehme Nachbarschaft,nnd ich nicht minder, da ich bei dem Einzuge der Dameein niedliches Mädchen von ungefähr sieben Jahren be-merkte.Ach, Vater!" rief ich,werden Sie mir wohlerlauben, mit dem kleinen Fräulein zu spielen?"Nachadvenant;" war seine bedächtige Antwort:Wenn dasKind wirklich ein Fräulein ist und Deinen Umgang nichtrefüsirt, so mag es geschchn." Am folgenden Tage stat-tete er mit vieler Feierlichkeit der Dame einen Besuch ab,und ward gütig von ihr ausgenommen. Er konnte, alser zurück kam, ihre Herablassung nicht genug rühmen;und für mich brachte er die angenehme Nachricht mit:Frau von Tanncnfeld habe zu genehmigen geruht, daß ichmit Fräulein Rosa, ihrer wohlgcartctcn Tochter, bisweilenconversirc.

Bald nachher kam ich mit Rosa zusammen, und wirwurden in der ersten Stunde Ein Herz und Eine Seele.