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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
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Nicht minder thätig bereiteten sich die Eingeladenen zumFeste. Indem die Damen alles aufboten, einander inKleidcrpracht zu übertreffen, studierten die Herren auf wohl-tönende Glückwllnschungs-Komplimcnte, ersannen zweideu-tige Scherze, womit sie das junge Paar über der Tafelängstigen wollten, und mcmorirten aus Anekdotensamm-lungen passende Schnurren, um die Gesellschaft damit zubelustigen. Das Rathscollcgium setzte überdieß einen Ge-lcgenhcitsdichtcr in Nahrung, und erhielt für baare zweiGulden ein Hochzeitcarmen, das sich gewaschen hatte.

Außer Nahrung setzten aber einige gute Wirtheden Magen und vertrösteten ihn, wenn er darüber murrte,auf das nahe Hochzeitmahl, bei dem er sich für die Fasten,die sie ihm Tages vorher auflegtcn, schadlos halten sollte.

Wir wollen, ohne erst bei der Trauungsceremvnie zuverweilen, sogleich mit zur Tafel gehen.

Die bunte Doppelreihe der Herren und Damen saß steifund zierlich da und konnte vor lauter ehrbarlicher Um-ständlichkeit kaum einen Bissen zum Munde bringen. Anherzliche Freude war nicht zu denken. Das Hauptgesprächbestand Anfangs bloß in Schmeicheleien, die der Hochzeit-mutter über den Wohlgeschmack der Speisen gesagt wurden.

Gott sey Dank!" sprach der Hochzcitvatcr:wir sind'sim Stande, guten Freunden eine gute Schüssel vorzusetzen;und ich hoffe, wir bleiben in dieser Verfassung, Trotz demfremden Menschen, der uns verderben will!"

Bei diesen aufgeblasenen Worten bewiesen alle Gästedie lebhafteste Theilnahme. Sic runzelten die Stirnen,zuckten die Achseln, lächelten Hohn und machten mehreresolche Grimassen, um Haß und Verachtung gegen denFeind des Hauses zu bezeugen.Ehrlich währt am läng-sten!" ries Herr Jonas und hob sein Glas. Die ganze