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Sache des braven Herrn Bulling etwas wärmer anneh-men! Bedenken Sie, daß er in wenigen Wochen Ihr sehrnaher Verwandter ist!" —
„Das darf an diesem Orte nicht in Anschlag kommen,mein Herr Bürgermeister!" antwortete Schneller mit Würde:„Die Gerechtigkeit hat keine Verwandten." —
Der Schlaukopf wußte, daß seine Kollegen alles, wassich auf dem Nathhause begab, ihren Weibern erzählten,und daß diese mit den ihnen anvcrtrauten Geheimnissennicht geizten: er war also überzeugt, der Nus seiner stren-gen Parteilosigkeit werde bald auf dem öffentlichen Markt-platz ertönen und zu Franzens und Faßmanns Ohrendringen.
Der Schalk ging noch weiter. Er machte in den er-sten Tagen nach jenem gerichtlichen Spiegclgefechte nichtdie geringste Anstalt, die wichtigen Akten zu suchen. DieSenatoren erinnerten ihn oft daran; aber sie predigtentauben Ohren. Es habe damit Zeit, war seine gewöhn-liche kurze und runde Antwort. Die guten Herren wur-den darüber ganz stutzig. Sie glaubten am Ende: erhabe sich mit dem Bulling'schen Hause entzweit und dieHerrath gehe wohl gar den Krebsgang. Diese Sagedurchlief schon die Stadt. Ein Vornehmer des Rathssagte ihm dieß ins Angesicht. Er lächelte zweideutig undschwieg.
Bullings Rechtssache ruhte eine volle Woche, ohne daßihretwegen ein Finger gerührt wurde. Die Rathshcrrenkonnten diese unbillige Vcrschleifung nicht länger ertra-gen. Sie begaben sich selbst, mit Brillen auf den Nasen,ins Archiv und durchstöberten es Blatt für Blatt. IhreMühe war nicht fruchtlos; die gesuchten Akten fanden sichauf. Der Entdecker jauchzte wie ein Kind über die Weih-