Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

108

-o-§>

daß die darüber gehaltenen Akten noch in irgend einemWinkel versteckt lägen. Sie wären freilich auch im allge-meine» Register nicht anfgeführt; allein das beweise nichts,weil man sich in älteren Zeiten dergleichen Fahrläßigkeitenerlaubt habe. Er versprach, das ganze Archiv nochmalsumznwühlen und verwies den Advokaten zur Geduld: denncs könne in dieser Sache nichts eher verfügt werden, alsbis sich die fehlenden Akten gefunden hätten.

Mit so listigem Zandern ging er zu Werke, um sichnicht durch allzu gefällige Handbictnng der Gegenparteiverdächtig zu machen. Ein gemeiner Betrüger hätte auchgewiß nicht versäumt, die sclbstgeschaffenen Akten ins Re-pertorium einzutragcn: aber seine Schlauheit unterließ cS,um den Schein eines Betrugs desto weiter dadurch zwentfernen. Er hatte übcrdicß den Advokaten zuvor ge-stimmt, sich gegen den kalten Bescheid, der ihm ertheiltwerden würde, aufzulchncn. Rauf spielte, auf seine Ori-ginalurkunde pochend, den Grobian meisterhaft. Der Di-rektor bedeutete ihn, sich an Gcrichtsstelle bescheidener zubetragen. Es kam zu einem lebhaften Wortwechsel. DerAdvokat schrie laut über verweigerte Justiz und ging tro-tzig und ohne Abschied fort.

Diese Scene war vortrefflich gelungen. Herr Schnellerfreute sich innig darüber.

34 .

Das Lotterieloos.

Aber, bester Herr Direktor!" begann der Bürgermei-ster in einem kläglichen Tone:Sie sollten sich doch der