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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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der Reben schmelzte nach und nach den künstlichen Eis-panzer, womit er sich umgeben hatte. Er fing an, mitder Nachbarin zu liebäugeln und ihr unter dem Tischedie Hand zu drücken. Bald folgte sogar ein Kuß, unddie Aeltern erhoben darüber ein Jubelgeschrei.

Nun ging das Gespräch aus einem andern Tone. HerrJonas, der bisher der Hauptsache mit keinem Worte ge-dacht hatte, nannte Franzens Namen mit Verwünschungenund versicherte: er wollte das theuerste Kleinod, das er be-sitze, mit Freuden hingeben, wenn er durch dieses Opserjene Naubbienc aus Fehdingen verjagen könnte. Dorchcn,die cs wußte, daß sie unter dem Kleinod gemeint war,sah mit Erröthcn in ihren Schooß und ließ ein Kroko-dilsthränchcn hineinfallen. Der Director ward darübergerührt. Er war, wenn er ein Räuschchen hatte, ein sehrempfindsamer Mann.Vater Bulling!" sprach er mitwehmüthigem Lallen und reichte ihm über den Tisch dieHand:Wir wollen sehn, so wahr ich ein ehrlicher Mannbin! wir wollen sehen, was wir thun können, um alleswieder ins alte Gleis zu bringen." Madame Bullingweinte vor Freuden. Schneller umarmte sein Mägdlein,und überlegte zugleich, wie viel er fich zur baaren Mit-gift bedingen wolle.

Indessen entsiegelte Jonas eine Flasche seines bestenEhrenweincs und brachte die Gesundheit ans:Waswir lieben!" Der Director und seine künftigen Schwie-gerältern dachten dabei an das liebe Geld; Dorchcn nanntefich im Geiste Frau Stadtdirectorin; nur die ein-zige Wilhclmine verstand den Trinkspruch im rechten Sinneund ließ über den Fluß hinüber einen flüchtigen Gedankenschweifen, der dem jungen Windmantcl Ohrenklingen ver-ursachte.