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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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Die Nachtwache.

Bullings Laden ward immer einsamer, und Franz hattegewaltigen Zulauf. Der Grund davon lag nicht sowohlin dem gewöhnlichen Hange der Menschen, das Neue demAlten vorzuzichen, als vielmehr in Bullings eigennützigerund wnchcrlicher Handelsweise, die jetzt, mit Franzens Li-beralität verglichen, fühlbarer als jemals war, und seineKunden verscheuchte. Man war cs zwar von langer Zeither gewohnt, daß er seine Maaren durch List und Betruggewichtiger machte; daß er zum Beispiel die Kaffeebohnenmit Steinen und den weißen Farinzucker mit Puder oderKreide vermischte: aber der neue Wucher, den er seit Kur-zem anfing, empörte die ganze Stadt.

Es herrschte damals in Fchdingen, wie in dem ganzenLande, eine babylonische Geldverwirrung, die der Kriegangerichtet hatte. Die Landscheidemünze fiel, das harteGeld stieg, und Falschmünzer, die in ihren Diebshöhlenfleißig arbeiteten, vermehrten die Unordnung. Das warfür Kipper und Wipper eine goldne Zeit, die Herr Jonas,so lange er noch der einzige Geldwechsler in Fehdingcnwar, trefflich benutzte. Eigenmächtig setzte er von Tagezu Tage die Scheidemünze tiefer herab, um seine Maaren(die er jetzt obendrein noch mit doppelter Schamlosigkeitverfälschte) desto höher anschlagen zu können. Wer nichtim Stande war, mit grobem Geld bei ihm zu kaufen, derfuhr übel: denn der Wucherer begnügte sich nicht, denPreis seiner Maaren nach dem Berhältniß der schlechtenMünze gegen das bessere Geld zu erhöhen, sondern er triebdiese Steigerung so weit, daß er doppelt und dreifach da-