Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

71 Ge-

genwärtigen schlechten Zeiten, so billig als möglich erbat.

Franz faßte ihn sanft am Arme, führte ihn in die an-stoßende Schreibstube und ersuchte ihn dort mit leiser Stimme,nach dem Preise der ausgcwähltcn Maaren nicht weiterzu fragen.Erlauben Sie mir," sprach er,daß ich mitdiesen Kleinigkeiten anfange, die große Schuld meiner Er-kenntlichkeit abzutragcn "

Heftig und lange sträubte sich der Direktor gegen dasbeabsichtctc und erwiuselte Geschenk; doch nahm er cs end-lich in Gnaden an.

Als sie in den Laden zurück kamen, sah er einen Lotte-rieplan liegen.Ah!" rief er:wollen Sie uns auch inFortunens Arme führen? Haben Sie Loose?"

Man könne damit dienen, war die Antwort: aber dielaufende Lotterie nahe sich ihrem Ende; cs werde ebenjetzt in der Hauptstadt die vorletzte Klasse gezogen.

Desto besser!" sagte Schneller:Im Zipfel sängt mandie Fische."

Monsieur Windmantel, der durch Anpreisung der Lot-terie seinem Herrn einen Dienst zu thun glaubte, versi-cherte freundlich: cs wären im nächsten Monat zwanzig-tausend Thalcr mit einem Zuge zu gewinnen.

Dem Director wässerte der Mund. Schnell entschlossen,das Glück auf die Probe zu stellen, forderte er ein Loos,fragte muthig, was es koste, und lüftete schon ein wenigden einen Arm, weil er nichts für gewisser hielt, als daßFranz seine Hand sogleich darunter schieben und ihn wie-der in die Schreibstube führen werde. Aber, o weh! derjunge Kaufmann behandelte dieses Geschäft öffentlich, underbat sich ohne Umstände sechs Dukaten. Der Directorerschrack. Doch, um die Blöße seines Eigennutzes nichtvöllig aufzudecken, griff er nach der Börse, wählte daraus

-