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erfahrene Käufer damit zu prellen. Gutes Geld, guteWaare! war sein Grundsatz, den er bei Reichen und Ar-men — besonders bei den Letztem — befolgte. Er eiferteoft darüber, daß viele Kaufleute nur den Reichen, demohne Sorgen und Mühe Gold von Gold geboren werde,rechtlich behandelten, aber sich kein Gewissen machten, denbedrängten Armen, der sich um ein paar Groschen fastum's Leben arbeiten müsse, zu drücken und zu bevorthei-lcn. — Bei ihm hatten Arme immer den besten Kauf,und den Dürftigsten gab er nicht selten mit den verlangtenMaaren zugleich ihr Geld zurück. Darum nannte» sic ihnihren Vater, -und Hunderte von ihnen folgten weinendseinem Sarge.
Meine Lehrjahre gingen eben zu Ende, als er starb.Der Kaufmann, in dessen Dienste ich nun trat, hatte mitjenem edlen Manne nichts gemein, als daß er den Rei-chen vor den Armen keinen Vorzug gab: er betrog beide,so oft es sich thun ließ. Der Urian mußte bei einem Ta-schenspieler durch die Schule gelaufen sepn; denn er ver-stand es meisterhaft, durch einen in der Hand verborgengehaltenen Magnet den Hebel der Wage zu beherrschen,daß er sich ans der Seite, wo die Waare in der Schalelag, so zeitig und so tiefsenken mußte, als es dem Betrügerbeliebte. Er wollte mich zu seinem Vorthcile in diesesGeheimniß einweiheu; allein ich verbat seinen Unterrichtund wog ehrlich und redlich fort. Darüber hatten wirtäglich Zwist. Er beschuldigte mich: ich gehe mit seinenMaaren zu freigebig um, und sep besonders dann einVerschwender, wenn ein Paar hübsche blaue oder schwarzeAugen über den Ladentisch zu mir herüber glänzten.
Ich kann nicht läugnen, daß diese lieblichen Magnetebisweilen bei mir auf das Zünglein der Wage cinwirkten;