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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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ML

und sonst gab es keinen Ausweg, den schuldlosen Gefan-genen frei und ledig zu lassen. Man mußte sogar dasPossenspiel fortsctzen, und ihn auf dem Rathhause verhören.

Unerschrocken erschien er vor den Gerichtsschranken undbeschwerte sich mit heftigen Ausdrücken über seine Verhaftung.Er fand es lächerlich, daß man ihn für einen Straßen-ränder hielt: er erbot sich, zu beweisen, daß er an demTage, da er in der Gegend von Fehdingen ein Paar Reisendeangefallen haben sollte, zwanzig Meilen entfernt gewesen sep;er drohte, den Magistrat zu verklagen, um eine öffentlicheWiederherstellung seiner Ehre und Schadenersatz zu er-halten; kurz, er geberdete sich so wild, daß dem Directorund seinen gcsammten Kollegen ganz schwül dabei wurde.

Wir sind in einer fatalen Klemme, meine Herren!"sagte Schneller, als der Arrestant ins Gefängniß zurück-geführt war.Haben wir einen Mißgriff gethan undeinen Unschuldigen in Ketten und Banden gelegt, so wirfter uns so wahr ich ein ehrlicher Mann bin! einenProzeß an den Hals. Ist er aber wirklich ein Räuber:desto schlimmer für uns! Dann müssen wir ihn ein paarJahre im Gefängnisse füttern, und zuletzt mit großen Ko-sten köpfen oder rädern lassen. Das wird unserer Käm-merei, deren schwacher Zustand Ihnen allerseits bekanntist, einen unerschwinglichen Aufwand verursachen."

Was ist aber zu thun?" fragten die Senatoren.

Es gibt ein Mittel," sagte Schneller,ein probatesMittel, den Kerl los zu werden. Mich wundert, daßes Ihnen nicht schon cinfiel, meine Herren!"

Die Rathsverwandten sahen einander an und schütteltendie Köpfe.

Ein Mittel," setzte der Director erläuternd hinzudas vielleicht von mehrern Gerichtsobrigkcitcn, die