Gasthof. Hinter seinem Rücken schlüpfte der hnngrigcLanrer ins Haus, nahm das für ihn ersonnene Mährchenin Empfang, und flog damit zu seinem Prinzipal, dessengepreßtes Herz nun wieder Luft schöpfte.
Indessen war die Soldatcnwittwe von einer boshaftenNachbarin, die sich dadurch einige Maaren auf Kredit ver-schaffen wollte, bei ihm angeschwärzt worden, und er eiltezu ihr, um sie zu bestrafen.
Dieß war der Faden der Begebenheiten, die Franz bisjetzt in Fehdingen veranlaßtc.
Ungefähr acht Tage nach seiner Abreise trat ein Frem-der in Bullings Laden und forderte Tabak. Polykarp,der eben allein war, erschrak über diesen Menschen: dennes war offenbar einer der Räuber, die auf dem Papieredes Stadtdircctors die Straßen unsicher machten. DieHabichtsnase, der wilde Backenbart, der große Sturmhutder Hirschfänger — kurz, alles entsprach dem Protokolle,das Polykarp bei dem Schreiber gelesen hatte und wiesein Einmaleins auswendig wußte. In der größten Ver-legenheit, wie er den Böscwicht fest machen sollte, kramteer, um Zeit zu gewinnen und vielleicht seinen Herrnoder den Hausknecht herbei zu zögern, im Laden herum;aber der Mann mit der Habichtsnase drang aus schnelleAbfertigung. Polykarp wagte keinen längern Aufschub,um den ungeduldigen Galgenvogel nicht aus dem Garnezu lassen. Er kam mit einer großen Büchse geschlichen,hielt sie zwischen beiden zitternden Händen, und fragte mitschwankender Stimme: „Mein Herr, wer sind Sie?" —„Ich bezahle nicht mit meinem Namen, sondern mitbaarem Gcldc;" antwortete der Fremdling.
Polykarp stellte seine Büchse schnell aus den Tisch,fuhr wie ein Stoßvogel auf den Verdächtigen los, er-