Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

o-D 49 O-o-

14.

Der Straßenräuber»

Der Leser wird sich erinnern, daß unser PolpkarpuSdem Gastwirth und seinen Begleitern nachspürte, als siezum Dircctor gingen. Er verfolgte sie bis an dessen Hauö,lief dann so schnell zurück, als seine alten Beine vermoch-ten, und meldete athemlos dem ungeduldig harrenden Prin-zipal, was er gesehen hatte.

Jenem war nie wohl zu Muthe, wenn sich Faßmann,der erklärte Gegner seiner merkantilischen Alleinherrschaft,vom Stnhle bewegte. Dieses Phänomen schien setzt umso bedenklicher, da er sich, in der Mitte zweier Fremden,zur ersten Magistratsperson mit welcher man, leider!auch über den Fuß gespannt war begebe» hatte. Da-bei konnte Jonas nicht ruhig sepn. Er berührte Mittagskeinen Bissen, ungeachtet man ihm ein Leibgericht auftrug.Auch der arme Polpkarp, dem das Essen vielleicht ge-schmeckt hätte, mußte fasten, weil ihm scharf anbefohlenwar, mit seinem Jonathan, dem Schreiber Kielhasc, zusprechen, Faßmanns Anbringen anszukundschasten, und sichnicht eher, als bis er vollkommen davon unterrichtet sey,wieder sehen zu lassen. Darum strich er, von Schneller»bemerkt, so oft bei dem Hause vorbei. Er hoffte von einerMinute zur andern, sein Freund würde heraus kommen;aber das geschah nicht: denn der Director hielt ihn amSchreibtische fest und beschäftigte ihn mit der erdichtetenRaubgeschichte.

Als auf diese Art der ehrliche Kielhase, ohne daß cr'swußte, seine Trugrolle einstudirt hatte, fand sein Herrnicht länger nöthig, ihn zu bewachen. Er ging in den

Langbein'S sämmtl. Schr. IX. Bd. 4