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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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Fchdingen, nach Stand und Würden jeder Familie, ent-worfen hatte und oft genug im öffentlichen Laden be-kannt machte. Wehe der Frau oder Jungstau, die miteinem neuen Kleidungsstücke über die ihr gezogene Schnurtrat! Das ging wenn besonders die Verbrechen» jungund artig war nicht mit rechten Dingen zu, undkonnte kein gutes Ende nehmen.

Am meisten machten ihr die räthselhaften Menschen aufdem Schlosse zu schaffen. In welche Klasse sollte mau siebringen? Welchen Aufwand bei Tische und in der Klei-dung sollte man ihnen gestatten oder verbieten? DerAlte vom Berge war ein Proteus: er schien bald reich,bald arm. Immer in einen unscheinbaren Ucbcrrock ge-hüllt, ging er düster, wie mit Nahrungssorgcn belastet,umher; und dennoch ließ er oft plötzlich für Abgebrannteoder andere Nothleidcnde eine Geldquelle springen, dieeinem Fürsten keine Schande gemacht hätte. MadameBulling gab sich seit sieben oder acht Jahren alle nurcrsinnlichc Mühe, wenigstens die Beschaffenheit seiner Ta-fel zu erfahren; aber cs gelang ihr nicht. Seine alteKöchin, die er aus fernen Landen mitgebracht hatte, wareine ungesellige Eule, die durchaus in Fehdingen keineBekanntschaften anknüpfen wollte. Sie entzog sich, wietaubstumm, den freundlichsten Gesprächen, die man ihrauf dem Markte anbot. Ueberhaupt erschien sie da seltenund im Laden nie; daher war es und blieb cs eine Streit-frage: ob man sich in der Schloßküche, wie in manchemscharfgeregelten Kloster, aller Gewürze enthalte, oder sichdurch andere Kanäle damit versorge.

Diese Geheimnisse ließen sich um so weniger entschleiern,da die finstere Ritterburg jedem Spion unzugänglich war.Der Alte vom Berge und seine Angehörigen hatten sich