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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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fie bisweilen die Kirchweihfeste nachbarlicher Dörfer durchihre Gegenwart; doch auch diese kurzen Ausflüge versagtesie sich, sobald sie gehcirathct hatte: denn nun hielt sieihre scharfe» Augen, die jeden Holzspan und jedes Brod-schnittchen bewachten, für »nentbehrtich im Hauswesen.Meisterhaft verstand sic die Kunst, aus Pfennigen Thalerzu schaffen; aber nach andern Vorzügen forschte man ver-gebens bei ihr. Sic war ein vollständiger Inbegriff al-ler Abgeschmacktheiten und Untugenden, durch die sich vielekleinstädtische Frauen jedem gebildeten Menschen widrigmachen.

Es gibt strenge Moralisten, die sogar im Kriege gegenden Feind keine Spione dulden wollen und den Gebrauchderselben für unedel erklären: aber Madame Bulling un-terhielt im tiefsten Frieden eine Menge Kundschafter, diesie in bedeutenden Häusern selbst die Wohnungen ihrervertrautesten Freunde nicht ausgenommen herum sandte,um alles haarklein zu erfahren, was darin vorging. Durchdiese Aufpasser zählte sic den meisten Menschen in Fehdin-gcn jeden Bissen in den Mund; und sic ereiferte sich hef-tig, wenn man ihr meldete, daß eine oder die andere Per-son etwas mehr, als gerade zur Fristung des Lebens-thig gewesen war, zu sich genommen hatte. Kuchenbackengestattete sie wohlhabenden Leuten allenfalls an den dreihohen Festen; doch durfte mit Zuthaten, die nicht in ih-rem Laden gekauft waren, keine Verschwendung dabei ge-trieben werden. Hörte sie aber, daß zu anderer Zeit ir-gendwo ein Kuchen gegessen worden war: so schlug siedie Hände über dem Kopfe zusammen, und prophezeite denUntergang dieses Hauses.

Mit gleicher Strenge verfuhr sie gegen die Ucbertreterder Prachtgesetze, die sie für das weibliche Geschlecht in