Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40 -Ao

Stadt Kopenhagen (wodurch sich die englische Nation eineewige Schandsäule in der Geschichte gesetzt hat) als eineherrliche Großthat zu preisen. Ja, ich glaube: er, derprosaischte Mensch auf Erden, wäre sogar noch in seinenalten Tagen zum Dichter geworden, und hätte Congre-v c's fluchwürdiger Erfindung der dort geschleuderten Brand-pfeile ein Loblied gesungen: denn die grausamsten Gräucl-thatcn, die jemals zur Beförderung und Behauptung desbrittischen Sechandels verübt wurden, fanden an ihm einenwarmen Vertheidigcr, einen beredten Teufelöadvokaten.

Das Geld war in seinen Augen das Edelste, was einSterblicher erringen und besitzen könne. Er hielt es fürdas sicherste Mittel, fich alle andere Menschen untcrzuord-nen. Verstand, Tugend und Wissenschaft galten ihm da-gegen weniger als nichts. Man sah ihn immer höhnischlächeln, wenn in seiner Gegenwart irgend ein Mann, dernicht reich war, wegen geistiger Vorzüge gerühmt wurde.Er unterbrach oft dergleichen Gespräche mit dem Macht-spruche:WaS hilft das alles? Der Mensch ist doch soarm, wie eine Kirchenmaus!"

Der Mensch" war sein gewöhnlicher Ausdruck derVerachtung, wenn er von unbcgüterten Männern sprach;sie mochten übrigens sepn, wer fie wollten und die größ-ten Verdienste besitzen. Er bezeichnet«: sogar die erstenMänner im Staate damit, wenn sie bloß von ihren Amts-einkünsten lebten und keine Kapitale und liegenden Gründebesaßen. Dagegen bewies er reichen Bierbrauern oderwohlhabenden Bäckern, die aus kleinem Brod große Häu-ser gebaut hatten, alle gebührende Achtung, und nanntenie ihre Namen, ohne ein volltönendes Herr voran tre-ten zu lassen. Besonders hielt er vornehme Kaufherrenfür die Sonnen der Welt. Aber diese Sonnen durften