Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

39 Oo

Seinem Diener gefielen die deutschen Mädchen; wenig-stens eins. Er verliebte und verlobte sich, machte Hoch-zeit und blieb in Deutschland, als der Lord plötzlich nachLondon zurückgernfcn ward, um dem großen Schuh- undSticfclmagazin seines verstorbenen Vaters vvrzustehcn.

Aus dieser Ehe entsproß unser Bulling, und sein Vaterpflanzte auf ihn, durch Beilegung des Namens Jonas,das Gedächtniß der Todesgefahr seines Ahnherrn fort.

Er erblickte das Licht der Welt in einem Dorfe, woseine Aeltern ein Krämchen für die Bedürfnisse der Land-leute angelegt hatten. Sie standen sich so wohl dabei,daß sie ihn, den einzigen Sohn, stattlich ausrüsten konn-ten, nach Fehdingcn zu ziehen und dort die Handlung zuerlernen. Er heirathcte, nach einer Reihe von Jahren,die Tochter seines Lehrherrn, mit dem der Tod seine Rech-nung abschloß, als Jonas eben reif war, sich selbst zuetablircn. Bei diesen Umständen blieb er in Fehdingcn,übernahm die Handlung seines Schwiegervaters, und er-weiterte sie im Großen und Kleinen.

Er hatte schon acht und zwanzig Jahre einen gesegne-ten Alleinhandel getrieben, als der verwünschte Mann, derihm denselben schmälern wollte, in Fehdingen ankam. Jo-nas war also jetzt schon ein Fünfziger; aber noch kraft-voll und rüstig.

Mit Stolz rühmte er sich oft: in seinen Adern fließeenglisches Blut; und er war in der That ein so gediege-ner Egoist, wie cs viele Engländer sind. Aber von dervormals so berühmten brittischen Großmuth, die jetzt aufjener Krämerinsel allmählig ausstirbt, entdeckte man inseinem Charakter keine Spur. Hätte er im September1807 noch gelebt: er würde sich nicht geschämt haben, diegrauenvolle, mordbrennerische Zerstörung der unglücklichen