sagte Franz: „denn meinetwegen wurde sie mit solcherStrenge eingefordert."
Er nöthigte der Armen, gleichsam als Schmcrzcngcld,einige Thalcr ans, und machte ihr Hoffnung, sie künftignoch thätiger zu unterstützen. Er werde sich, sagte er,nach einer kurzen Reise, die er vorhabe, längere Zeit inFehdingen aufhaltcn; doch solle sie dieß niemanden entde-cken, und überhaupt von ihm mit keinem Menschen, alsallenfalls mit ihrer jungen Wohlthätcrin spreche». —
„Warum den» eben nur mit ihr?" fragte die Frau miteinem Anstrich von Lächeln.
Franz ward durch diese Frage etwas verlegen; dochhalf er sich bald durch die Erklärung: cs sep gerade nichtsein Wille, daß sie dem Mädchen sagen solle, was sic vonihm gehört habe; er mepne nur, es würde bei dieser ein-zigen Person, die sich so edel zeige, keine Gefahr haben,wenn sie von ungefähr das kleine Geheimniß erführe.
„Schon gut! Wir verstehen uns— sagte die Wittwe:„Reisen Sie glücklich!"
Er verließ sie jetzt und trug dem Gastwirth auf, ihrtäglich, bis zu seiner Rückkunft aus der Hauptstadt, einigeSchüsseln warme Speisen auf seine Rechnung zu senden*Fasimann stutzte über diesen Befehl; aber Franz hielt schoneinen Deckmantel seiner geheimen Absicht bereit, und er-zählte rasch, was die Wittwe wegen ihrer Empfehlung desschwarzen Ritters gelitten hatte. Nun fand Herr Faßmanndie angeordnctc Speisung höchst billig, und versprach diepünktlichste Befolgung, da besonders sein eigener Nutzendadurch befördert ward.
Am folgenden Morgen reisten Franz und Moritz aufverschiedenen Wegen von Fchdingen ab.