Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

Factotum" fuhr cr fortsind vertrautere Freunde,als mir lieb ist. Jener wäre, glaub' ich, im Stande, fürein Pfund Schnupftabak, den er leidenschaftlich liebt, allemeine Heimlichkeiten und das Vaterland obendrein zu »er-reichen. Doch Hab' ich dafür gesorgt, daß Bnllings Spion,wenn cr nach Ihnen forscht, mit einer langen Nase ver-sehen werde. Ich heftete nämlich so wahr ich ein ehr-licher Mann bin! meinem Schreiber das Mährchcn auf:Sie, meine Herren, wären auf der Reise, einige Meilenvor der Stadt, von Straßenräubern eingefallen worden,und hätten mir ungeachtet Sic die Schnapphähne tapferempfangen und in die Flucht geschlagen darüber An-zeige gcthan. Um das Alles höchst glaubwürdig zu ma-chen, entwarf ich sogar über die erdichtete Raubgcschichtceine blinde Registratur, schilderte die Strauchdiebe nachden Urbildern, die von solchen Zeisigen in hundert belieb-ten Romanen ausgestellt sind, und ließ dieses Protokollvon meinem Schreiber mehrmals kopiren, als ob ich csden benachbarten Obrigkeiten mittheilcn und sic auffordcrnwollte, die Räuber zu verfolgen."

Faßmann der sich dem Herrn Gevatter zu Ehrenaus feinem Lehnstuhl ins Zimmer der Fremden erhobenhatte jauchzte laut auf. Moritz lächelte ein wenig;aber Franz konnte sich auch zu dieser kleinen Heucheleinicht bequemen. Ernst und finster sah er vor sich hin,unv mußte seine Zunge mit Gewalt zähmen, um nichtdem Erfinder des Mährchens, das ihm durchaus mißfiel,harte Worte zu sagen. Es war seinem Geradsinn entge-gen, krumme Wege zu wandeln. Schon bei der erstenUnterhandlung mit dem Direktor fand er Anstoß daran,und stand im Begriff, sich darüber zu erklären; allein da-mals und jetzt schloß ihm die Hand der Liebe den Mund,