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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
280
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Viktor fühlte heute zum erstenmale die Vergrößerungund Verklärung seines Jchö vor einem Geiste, der, ihm ähn-lich, aber überlegen, gleich einem sphärischen Hohlspiegelalle Züge seines edlcrn TheilS kolossalisch zurückwarf. Derganze pöbelhafte Theil seiner Natur verkroch sich, als derhöhere sich, von Dahorc ins Große gemalt, über die liegen-den Triebe ausrichtete. Ein Mensch, den die Sonnennäheeines großen Menschen nicht in Flammen und außer sichbringt, ist nichts Werth. Er wollte kaum sprechen, um nurimmer ihn zu hören, ob er gleich vorhatte, recht viele Tageda zu bleiben. Er war wie vor einem höher» Wesen undvor einer Geliebten, vor denen man weder seinen Kopf nochseine Zunge zeigen will, mit Verzicht aus sein Ich in lau-tere Wahrheit und Liebe versunken. Von den kleinen Ver-hältnissen des Orts und des bürgerlichen Lebens war allerFirniß so rein abgesprungen, und sie standen ihm alle sovermooset da, daß er nicht einmal die Namen von Göttin-gen, von Flachsensingen, oder leere LebcnSvorfälle, oder fremdePersonalien nennen wollte. Viktor hatte überhaupt eine kleineVerachtung für die Menschen, denen die Nachricht an denBuchbinder lieber ist als das Buch, und die Rezension einesAutors lieber als sein System, und für welche die Erde keineEntzifferkanzlei des Buchs der Natur, sondern ein Sprach-zimmer, eine Zeitungbude elender Personalien ist, die sieweder benutzen, noch behalten, noch beurtheilen, sondern nurerzählen wollen; und es ekelten ihn die deutschen Gesellschaf-ten, in denen man so wenig philosophirt. O wie seligwar er, einmal einen ganzen Tag mit einem andern denken,und was noch schöner ist, zugleich dichten zu dürfen!

Seine Zweifel über das Größte, was unfern Kopf er-