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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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und Gärten mit entkleideten Kindern die gesenkte Sonnewurde bald erhoben, bald vertieft, bald auf Gipfel der Bergegezogen.

Dieses Vorübcrsliehen der Szenen verdunkelte seinbenetztes Auge und erhellte die innere Welt; aber das Ste-henbleiben eines unaufhörlichen Tones, dieses über ihm blei-bende Lerchenchor, dessen streitende Rufe in seiner Seele zuEinem zerflossen, dieses entfernte Gctöne aus Wäldern undBüschen und Lüften, diese Harmonika der Natur machte, daßer zu sich sagte:warum halt' ich in dieser Einsamkeit jedenTropfen an, der fallen will? Nein, ich bin ohnehin heutezu weich, und ich will mich erschöpfen, eh' ich den geliebtenMenschen sehe."

Endlich stieg er den breiten Berg hinauf, der sich vordas zu dessen Füßen grünende Maienthal mit seinen zer-streucten Baumsäulen und grauen Quadern stellt .... Daklang die vom Ewigen gestimmte Erde mit tausend Saiten;da bewegte dieselbe Harmonie den in Gold und Nacht zer-stückten Strom und den sumsenden Blumenkelch und die be-wohnte Lust und den durchwehten Busch; da standen der ge-röthete Osten und der geröthcte Westen wie die zwei rosa-taftnen Flügelthüren eines Flügels aufgespannt, und ein be-bendes Meer quoll aus dem geöffneten Himmel und aus dergeöffneten Erde . . .

Er ergoß sich in Freuden- und Trauerthräncn mit ein-ander, und die Zukunft und die Vergangenheit bewegten zu-gleich sein Herz. Die Sonne siel immer schneller den Him-mel herab, und er bestieg schneller den Berg, um ihr längernachzusehen. Und hier sah er in das Dörfchen Maienthalhinab, das zwischen feuchten Schatten glimmte. ....